Reiseberichte

Überführung der SY Thaani nach Griechenald

Nach 2 Tagen Vorbereitung, die Wassertanks auf Backbordseite mussten noch mit einer Serviceöffnung versehen, sowie die lecke Verbindung zwischen beiden Tanks neu abgedichtet werden, habe ich Ingo und Norbert Winkler, 2 versierte Segler am Flughafen in Nizza abgeholt.

 

Am 16.04.2011 gegen 1600 Uhr haben wir den Hafen von Cannes verlassen mit Ziel Bonifacio, dem südlichsten Hafen auf Korsika. Bei schönstem Wetter und ohne Wind. Hätten wir damals schon gewusst, dass uns dieses Wetter bis nach Griechenland begleiten würde, wir hätten vielleicht Cannes besichtigt und auf besseres Segler Wetter gewartet.

So konnten sich Ingo und Norbert ausgiebig der Hochseeanglerei hingeben. Schnell war auch eine Wette abgeschlossen. Der Skipper hat behauptet, kein Fang offshore bis Griechenland. Ingo und Norbert hielten dagegen, es ging um eine Pizza in einem italienischen Lokal.

 

 

 

 

 

 

Nach etwas mehr als 24 Stunden, alles unter Motor, sind wir im wirklich sehenswerten Hafen von Bonifacio eingelaufen. Einziger Schreck war ein Leck in der Kühlwasserleitung durch schamfilen am neuen Alternator. Der Schaden war aber schnell behoben.

Nach Fischsuppe am Abend im sehr ruhigen und „leeren“ Hafen von Bonifacio haben wir am anderen Morgen eine ausgiebige Besichtigung der Festungsanlage und der Stadt unternommen.

 

 

 

 

 

 

 
Nächstes Ziel, naheliegend weil kein Wind zu erwarten war, die Äolischen Inseln, genauer Vulcano. Zum Teil auf spiegelglatter See haben wir die mehr als 300 SM unter Motor zurückgelegt. Begleitet von vielen Gruppen Delfinen und immer wieder von massigen Schwärmen an kleinen Segelquallen. Trotz ununterbrochenem Schleppen von mehreren Ködern hat kein Fisch gebissen.

Im Gegensatz zu einer früheren Ankunft in Vulcano hat man die Insel diesmal nicht gerochen. Der leichte Wind hat die schwefeligen Gase von uns weg nach Süden getrieben. Nach Besichtigung des Ortes und des lokalen, blubbernden Vulkan Fangobades mussten wir nach Lipari zum Tanken.

Da wir Nachts den Stromboli umfahren wollten, haben wir die Zeit bis zur Abfahrt mit einer intensiven Stadtbesichtigung genutzt und sind so nach Messina gestartet, dass wir nach dem Ein dunkeln an der Nordseite des Stromboli anlangten. Neu spukt der Stromboli aus 2 Schloten. Die Eruptionen auf dem Krater konnten wir nur zum Teil sehen. Die Eruptionen auf der Nordseite waren zu Beginn ehr kleiner. Dank Warten konnten wir aber 2 wirklich mächtige Eruptionen verfolgen. Eindrücklich in einer mondlosen Nacht.

Hinter dem Stromboli endlich Wind. Genau aus Richtung Messina! Zum Aufkreuzen zu schwach, dann halt mit der Maschine dagegen an. Viel Schiffsverkehr in der Strasse von Messina. Auch viel Strömung, zum Glück zu unseren Gunsten Richtung Messina.

Bei der Suche nach einer Trattoria sind wir auf die Karfreitagsprozession gestossen. Mit zum Teil 2 – 3 Tonnen schweren Altarbildern, getragen von 30 – 40 Mann, immer nur 50 – 100 m weit hat sich uns und den sehr vielen Zuschauern ein eindrückliches Schauspiel geboten. Eine Trattoria haben wir auch gefunden.

Am 23.04.2011 um ca. 0700 Uhr sind wir von Messina zuerst nach Reggio die Calabria zum Tanken gefahren, danach um die Stiefelspitze und den Stiefelabsatz 212 SM nach Otranto. Eine sehr schöne Stadt. Ehemals Verschiffungshafen für die Kreuzfahrer.

Dieser Teil der Reise wird in Erinnerung bleiben, weil jede Menge Zugvögel auf dem Schiff zwischengelandet sind. Die meisten so erschöpft, dass sie innerhalb Stunden tot umfielen. Andere sind nach 10 – 15 min weitergeflogen. Geblieben ist bis zu den ersten griechischen Inseln ein Kauz.

 

 

 

 

 

 

 

Viele Schwalben haben wir auf ihrem Zug gegen Norden getroffen. Alss Landplatz haben sie nach mehreren Anflügen unsere Köpfe gewählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Überfahrt nach Korfu war die letzte Chance von Ingo und Norbert ihre Wette zu gewinnen. Was haben wir nicht alles versucht. Langsam fahren, Köder auf 20 Tiefe geschleppt, schnell gefahren Köder an der Oberfläche usw.

Für Besichtigung war in Korfu keine Zeit mehr. Die 120 SM nach Messolonghi am Eingang zum Golf von Patras, haben wir, wie die gesamte Reise, ohne Wind, resp. mit Wind genau auf die Nase hinter uns gebracht. Erst die letzten 30 SM von über 850 SM konnten wir mit segelbarem Wind und schnellem Tempo absolvieren.

 

Die Zufahrt zum Hafen von Messolonghi erfolgt über einen 3.5 SM langen, zum Teil verlandeten Kanal. Im Führer hiess es, zwischen den Seitenlichtern müsse man sich seinen Weg finden. Um 0300 Uhr morgens haben wir dann zuerst den Schlamm gefunden in dem wir für eine halbe Stunde festsassen. Durch Vor- und Rückwärts Schaukeln sind wir zurück in die Fahrrinne gekommen und Frühmorgens in der Marina eingelaufen.

Die SY Thaani hat sich als solides, sehr komfortables Schiff bewährt.

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