Reiseberichte

Tallinn

 Tallinn (deutsch Reval)

Eine von ca. 350 Kreuzfahrtschiffen pro Jahr angefahrene Destination. Tallinn hat sich in den letzen Jahren so hergerichtet, dass die Touristen (Schiffe) immer wieder kommen und Alle mit einem positiven Eindruck weiterreisen. Blickt man genauer hin, na ja.

Estland gibt es urkundlich seit ca. 1100. Bis 1991, als Estland aus dem sowjetischen Verbund ausgestiegen ist um selbstständig zu werden war dieses kleine Land (1.6 Mio. Einwohner) in seiner ganzen Geschichte gerade mal 21 Jahre !!! selbstständige Republik. 870 Jahre fremdbestimmt.

Heute ist Estland EU-Mitglied, hat den Euro als Währung. Die Bevölkerung besteht aus ca. 65-70% Esten, 20-25% Russen mit russischer Staatsbürgerschaft und ca. 10% staatenlose Russen. Die Sowjetunion hat bei den Esten eine stark ausgeprägte Ablehnung auf alles Russische hinterlassen. Estland führt eine sehr harte Politik gegenüber der russischen Minderheit. Die Esten sind fleissig und sparsam, wie sonst kämen sie mit einem durchschnittlichen Monatslohn von ca. 350 – 500 €/Monat über die Runden.

 

1922? haben die Esten die sowjetische Armee geschlagen und konnte bis 1940/41 selbständige Republik bleiben. Im vergangenen Jahr wurde zu diesem Zweck ein pompöses Denkmal errichtet. Auch hier, keinerlei Rücksicht auf die Minderheit.

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Wie immer haben wir eine Führung gebucht. Da wir die beiden einzigen deutschsprachigen Touristen waren für diese Führung gab es eine sehr individuelle Führung. Und jede Menge Fakten zu der jüngeren estnischen Geschichte.

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Der präsidiale Palast und der Sitz der Regierung. Die Macht hatten ab ca. 1250 bis 1918 der deutschstämmige Adel (Baltenadel). Sie lebten in der Oberstadt von Tallinn.

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Der lange Hermann. Teil der Burg, errichtet von den Kreuzrittern und dem deutschen Ritterorden.

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Während der russischen Herrschaft (18?? bis 1917??) war Estland ein Grossherzogtum. Die Basis war und blieb der Baltenadel und somit Deutsch bestimmt. Als Machtdemonstartion lies der Zar Alexander III um 1900 diese orthodoxe Basilika direkt neben der Burg platzieren.

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Hier Tallinn aus der Sicht der Oberstadt. Ober- und Unterstadt hatten ihre eigene Stadtmauer. Man kann die ganze Altstadt nur von 2 verschiedenen Terassen aus übersehen, deshalb die 2 Bilder.

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Die Oberstadt wurde im Verlauf der Zeiten immer wieder erneuert. Die Strassenzüge stammen aus ca. 1400. Die Gebäude sind mehrheitlich Barock sowie Klassizistisch, also nicht “alt”.

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Die Unterstadt, ärmer, konnte sich nicht immer anpassen. In der Hochblüte von Reval, steinreich geworden durch den Salzhandel Richtung Ost und den Fellhandel Richtung West, dominierten die durch die Hanse geprägten Baustile Gotik und Rokkoko. Wie in der Oberstadt wurden die Strassenzüge belassen. Heute ist auch in der Unterstadt mehrheitlich Barock anzutreffen. Das scheint den Touristen zu gefallen. Und ab und zu ein Kaufmannshaus (Giebel zur Strasse ) welches auf die hanseatische Epoche hinweist.

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Verlässt man in der übersichtlichen Altstadt die touristischen Trampelpfade so erkennt man zum Teil noch sehr alte Strukturen.

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Zar Peter der Grosse hat mehrere Sommer in Tallin verbracht. Er liess auch ein Sommerschloss errichten, dessen Fertigstellung aber erst nach seinem Tod erfolgte.

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Das heutige Tallinn hat ausserhalb der Ober- und Altstadt auch sehr moderne, nordisch geprägte Gebäude. Hier das Museum für moderne Kunst. War europäisches Museum of the year 2006.

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In der Galerie noch ein paar Fotos mehr.

Im Moment schauen wir, dass wir alles “defekte” in Helsinki ersetzt bekommen, nebenher schauen wir die uns bekannte Stadt wieder an und werden am 21.06.2013 per Zug nach St. Petersburg fahren.

Bis bald

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Bild 1 von 57

Die orthodoxe Basilika in der Oberstadt, erbaut um 1900, von Innen. Benannt nach Alexander Newski. Er hat den Rittern des deutschen Ordens im 13 Jahrhundert eine empfindliche Niederlage beschert. Man sieht, die Provokationen waren alltäglich.

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