Reiseberichte

Newport (Rhode Island)

Newport (Rhode Island)

Es war nicht geplant hierher zu kommen. Weil uns das Wetter zu einer schnelleren Gangart gezwungen hat, der Wind günstig war, sind wir dorthin. Ich wusste, das Newport eine der Segelhochburgen der USA ist. Und die Marina hatte auch einen vernünftigen Preis, nur ca. $ 120.- pro Übernachtung!

Was wir dann gesehen haben war den Umweg mehr als wert.

Entlang der Küste immer wieder sie sehr schönen alten Leuchtürme

Unsere erste Begnung mit Newport und Segel. Ein kleiner doppelmastiger Schoner

Unterwegs mit zahlenden Gästen. Gesegelt nur vom Skipper. inkl. der Segelbedienung bei Wenden und Halsen.

Segeln und Häuser, eine Mischung die seit Jahren Newport prägt.

An unserem Liegeplatz, mit viel warmem Südwind und Sonne. Davor die vielen antiken Segelyachten. Die Amis scheinen ganz vernarrt zu sein in solche Boote. Es scheint ein Statussymbol zu sein eine solche hölzerne Lady zu besitzen und zu segeln.

Das ist eher von heute!   Schutz vor dem Verdunsten und dass auch ja kein Hund mehr das Bein an den Baum hebt

Und dann sind wir aus purem Zufall durch einen kleinen Durchgang in der Ladenfront gegangen, man sah Grün dahinter. Und das macht uns aus Erfahrung neugierig. Und wo landen wir, Little Wimbledon.

Neben dem Segeln, Americas Cup,  wurde auch eines der prestigeträchtisten Tennisturniere bis zum 2. Weltkrieg hier ausgetragen.

Eine Arena, hier nennen sie es Casino, aus der Vergangenheit.

Die Statue zeigt Fred Perry. Er war der erste Gewinner des Grand Slam, Turniere von Melbourne, Paris, Wimbledon, US Open New York. Später Modeschöpfer einer Sportlinie. Ich selber habe in frühester Jugend mit Fred Perry Leibchen gespielt.

Aufgang zu den Clubräumlichkeiten. Heute ein Museum, früher war hier nur geduldet, wer einen Teil des Turnierbudget übernahm.

Alte Tennisballschachteln, noch aus Blech

Newport war in den Jahren 1880 bis 1937 die Sommerdestination der wirklich reichen Leute. Die New Yorker Gesellschaft verlegte ihr Domizil für ca. 12 Wochen nach Newport. Die Herrn arbeiteten in New York, die verlängerten Wochenenden verbrachten sie in Newport. Die Damen hielten Hofin ihren Häusern. Man musste dafür das richtig dimensionierte Haus haben, um alle die vielen Leute empfangen zu können.

Aus der Sicht von dem was später kommt war dieser Besitzer eher „Minderbemittelt!!!“

Dies hier war das Haus von Issac Bell, dem Erfinder des Telefons

The Elms. Das „Cottage“  von Kohlebaron Edward Berwind und seiner Frau Herminie. Das Haus, obwohl im reinsten französischen Stil nachempfunden war 1901 bei seiner Eröffnung ein hochmodernes Haus. Jedes Schlafzimmer hatte ein Bad. Jedes Zimmer Telefon. Elektrische Beleuchtung. Und 40 Angestellte.

Ein Empfangssalon

Davon ein zweiter

Esszimmer. Diese Leute haben nichts mehr in Europa gekauft. Alles wurde in den USA hergestellt. Mit der Einwanderung der Europäer zu dieser Zeit gab es genügend gelernte Fachkräfte.

Eine der ersten Villen mit Licht von Strom.

Wie in einem französischen Schloss. Der Garten war einige Hektaren gross, mitten in Newport.

Daneben, an der selben Strasse, ein weniger reicher Amerikaner mit bescheidenerem Haus. Alle diese Villen liegen an der Bellevue Avenue.

Rosecliff ist ein ehemaliges Herrenhaus und heute Museum. Es wurde zwischen 1898 und 1902 von Architekt Stanford White im Auftrag der Silberminen-Erbin Theresa Oelrichs und ihres Ehemannes Hermann Oelrichs erbaut.

Das vom Grand Trianon inspirierte, aber auch von palladianischen Stilelementen geprägte Gebäude verfügt über ein herzförmiges Treppenhaus und den größten Ballsaal Newports.  1974 diente es als glanzvolle Filmkulisse für die Romanverfilmung Der grosse Gatsby mit Robert Redford.

Wir wären gerne rein, aber eine private Veranstaltung machte dies nicht möglich.

 

Marble House ist Vanderbilt. Geld hat keine Rolle gespielt. Die Front erinnert an das Weisse Haus, das war gewollt.Erbaut als Sommer Haus von Alva und William Vanderbilt. Das 50 Zimmer Haus wurde von über 35 Bediensteten in  Gang gehalten.Gekostet hat das Haus $ 11 Mio. im Jahre 1902. Heutige Summe ca. $ 350 Mio.  14’000 m3 Marmor wurden verbaut. Damals für $ 7 Mio. Daher der Name.

William Vanderbilt war Teil dieser lengendären Familie die um 1890 ein beinahe Monopol auf die Eisenbahnen der USA besass. Begonnen hatte der Grossvater von William mit einer Fährverbindung New York Staten Island. Um das Jahr 1910 besassen die Vanderbilt’s in heutigem Wert gerechnet ein Vermögen von $ 95 Mia, steuerfrei. Reicher waren damals nur noch John Rockefeller (Öl), Andrew Carnegie (Stahl) und JP.Morgan (Bank).

William Vanderbilt hat für die USA 3 mal den Americas Cup verteidigt. Er war leidenschaftlicher Pferdezüchter und hat alle grossen Rennen dieser Welt gewonnen

Esszimmer

Marmor wohin man schaut.

Der Segler William Vanderbilt

Kleiner privater Salon

Wohnzimmer. Die Glasfenster wurden von einem amerikanischen Künstler entworfen. Stil des Wohnzimmers Gotisch!

Man betrachte die Decke. Eine Monstrosität sondergleichen.

Der goldene Empfangssalon. Nur dort wo Stoff und Leder ist, ist kein Gold!

Man wähnt sich in einem mittelalterlichen italienischen Barockschloss. Alles von US Künstler innerhalb 3 Jahre für die Vanderbilts geschaffen.

Das Schlafzimmer der Lady. Alva Vanderbilt hat sich früh von ihrem Mann scheiden lassen. das Haus hat sie bis 1919 bewohnt, danach hat sie einen europäischen Adeligen geheiratet und ist nach Europa gezogen. Die Tochter wurde mit dem Earl von Marlborough verheiratet. Dessen Cousin war Winston Churchill.

Hier konnten bis zu 400 Personen bekocht werden. Dem Chefkoch bezahlten sie damals $ 4’000 im Jahr. Das entspricht heutigem Lohn von über $250’000.-

In der Nachbarschaft andere ziemlich reiche US Bürger

Aber auch die „ärmeren“ reichen Amis hatten wunderschöne Häuser und Gärten

 

The Breakers wurde vom Bruder von William Vanderbilt, Cornelius Vanderbilt erbaut zwischen 1895 und 1898, im italienischen Renaissance Stil. 70 Zimmer auf 5 Etagen. Wohnfläche für Cornelius 5’800 m2 und einen Garten von 11’600 m2. Das Haus ist heute eines der am meisten besuchten Haus Museen (400’000) in den USA. Ziel des Hausbaues war neben dem Prestige, die europäische Aristokratie in Sachen Wohnhaus in den Schatten zu stellen.

Dieses Haus strahlt Macht und Einfluss und viel viel Geld aus. Hier wurde wirklich geklotzt.

In der mehrstöckigen Eingangshalle wo Bälle für über 400 Peronen Platz fanden.

Esszimmer giganticus

Und auch hier, bereits 1898 voll elektrisch beleuchtet.

Eine repräsentative Treppe. Deren Treppentritte sind 5 cm niedriger als normal, so dass die Damen in ihren Ballkleider sturzfrei nach unten kamen.

Salon einem verstorbenem Sohn von Cornelius Vanderbilt gewidmet.

Und die Küche war noch grösser als all die anderen Küchen bei den anderen Multimillardären.

Und dies hier sind die Häuser der Menschen von Newport um 1800.

All diese Sehenswürdigkeiten haben wir zu Fuss gemacht. Bei den Grössen der Anwesen ein ganz schön langer Weg. Bei schönstem, warmem Wetter.

Weiter geht es nach Martha’s Vineyard und dann nach Nantucket

Bis bald

Paul

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