Reiseberichte

Neufundland

Wir sind, Rolf und ich, in Halifax nach einer 5 tägigen Schönwetterperiode gestartet. Klar, dass es auf den ersten 3 Etappen bis in den Norden von Nova Scotia geregnet hat. Und alles mit Nebel verhangen war. Und kalt dazu.

Vollmontur gegen Regen und Kälte

Auf diesem ersten Abschnitt ist eine der grossen Bilgenbatterien nach 7 Jahren Dienst ausgestiegen. Wir hatten immer Internet, so dass wir „neue“ Batterien über die Marina in St.Perters vor unserer Ankunft dort organisieren konnten.

Um wirklich effektiv zu sein, mussten wir beide Batterien ersetzten.

Und hier die neuen Batterien. Jede ca. 65 kg schwer. So was ist hier oben interessant, jeder hilft mit.

In die Bilge verstaut, angeschlossen und das Licht brennt bis Grönland!

Tags darauf am Morgen Nebel, der sich aber recht schnell aufgelöst hat.

Mitten in einem seeartigen Gebiet, mit vielen kleinen, bewaldeten Inseln

Und oben auf der Hauptstrasse durch’s Dorf wurde alles angeboten was man hier so braucht.

Eine kleine, feine Marine mit sehr, sehr netten Menschen und sehr hilfsbereit.

Mal war es breiter, mal enger. Ein Tag mit Sonne, oft genügend Wind, aber wenig Wellen. Mit dabei seit der St.Peters Marina unser 3. Mann, Werner.

Das Wetter wechselt hier im schnellen Takt.

Und müde macht es auch

Strassenbrücke die für uns geöffnet wurde.

Die Szenerie erinnert stark an Norwegen

Kurz vor dem Ende der Passage durch die Seenlandschaft die letzte Brücke, dann die Cabotstrait nach Neufundland

Kurz vor dem Ankern in einer Bucht

Tag’s darauf eine Etappe über ca. 233 SM (38 Std) bis in den Ort Norris Point auf Neufundland. Hier der Leuchtturm auf der Insel St.Paul.

Eher etwas für Vögel. Weit draussen in der Cabotstrait.

Autsch. Seewasser ist auf das Ipad von Rolf getropft, und hat die Kontakte zum Aufladen korrodiert. Fummelarbeit um es wieder aufladen zu können.

Und dann haben wir den ersten Wal gesehen. Zuerst den Blas, dann die Rückenflosse und weg war er. Es kommen in den nächsten Tagen sicher neue Sichtungen dazu.

Und die hegen und pflegen wir seit Halifax, das Wetter und die Temperaturen hier oben mögen sie nicht so.

Entlang der Küste von Neufundland

Eine vielschichtige Küstenlandschaft. Viel grün und zum Teil bewaldet.

Der höchste Berg von Neufundland, Gros Morne, 806 m ü. Meer. Werner war schon mal oben.

Unterwegs haben wir bei Fischern nachgefragt, wo es Diesel gibt. Woody Point die Antwort. Angelegt an einem Fischerboot. Dort gab es zwar kein Diesel aber jemand wusste wo es welchen geben könnte, Norris Point.

Wir also dort hin und neben einem Fischer Boot am Goverment Wharf angelegt, das gerade Tonnen von Fisch entlud.

Die Stinte, Futterfische für fast alle grösseren Fische, können um diese Jahreszeit gefischt werden.

Ziemlich komplizierte Fischerboote um diese Fischschwärme einzufgangen.

ssTonnenweise“ in Plasticboxen umgepumt, und ab in die Gefrier-Fabrik wo weibliche von männlichen Stinte getrennt werden. Die Weibchen nach China, gefroren, wegen dem Rogen, Männchen nach Labrador als Futter in die Minkaufzucht. Die Pelze der Minke werden aus Canada in die ganze Welt exportiert.

Und alles wird genau gewogen und registriert. Der Fischereiaufseher (mit Helm) hat gemeint, die Überfischung der Stinte sei jetzt sichtbar, es würden in absehbarer Zeit wohl Fangverbote ausgesprochen.

Uns haben sie mit einem Kübel voller Stinte „abgespiesen“ 2 (grosse) Portionen in den Tiefkühler, eine Portion gibt es heute als Nachtessen.

Auch hier Fischerlatein. Ein gesprächiger, freundlicher Bursche. Er bekommt, wie seine 4 anderen Kollegen,  10% des Fangertrages. Das Boot (inkl. Skipper) bekommen 50%.

Direkt in die Lastwagen und ab in die Gefrierstationen

Und so sah das vom Land her aus.

Zu kurzer Wharf.

Zum Tanken: der versprochene Tanklastwagen ist nie aufgetaucht. Wir mussten unsere Deckskanister in den Tank umfüllen und sind per Auto zur Garage gefahren um sie nachzufüllen. Wegen 2 tägigem Sturm auf dem Meer haben wir uns in eine geschützte Bucht verholt.

Dort liegen wir geschützt und sicher vor Anker. Neben uns 3 andere Segler mit derselben Absicht.

Wetter am Freitag. Ziemlich windig. Die Fischer haben gemeint, sicher 40 Knoten (Windstärke 9) Im roten Kreis die Norris Bucht.

Und am Samstag ist der Spuk vorbei. Weiter Nord.

Und in ca. 2 Tagen sollten wir dann auf die ersten Eisberge stossen.

Mehr dazu in unserem nächsten Bericht, immer vorausgesetzt, wir finden eine Internetantenne.

Bis bald

Paul

 

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