Reiseberichte

Kauri – Wälder und Steinkugeln

Kauri Wälder und Steinkugeln

An der Westküste, an der Tasman See, ist im Norden heute die Kauri Coast das Mass aller Dinge. Dort wachsen die Baumriesen. Risieg sind  nicht die Höhe, sonden die Stammdurchmesser.  Bis 10 m Durchmesser war vor der Abholzung ein gängiger Wert. 10 Meter Stammdurchmesser war gleichbedeutend mit 2’500 Jahren Wachstum.

Kauri Coast an der Westküste hoch oben im suptropischen Norden

Als erstes  haben wir diesen Kauri (Baumart) Wald besucht,. Anreise über eine furchterregende Schotterstrasse. Einspurig. Durch dichtesten Wald, der ziemlich stark in die Strasse wuchs. Schlaglöcher ohne Ende. 18 km Bergauf unf Bergab. Ans Ende von Nirgendwo.

Dafür wurde man mit dem 8. grössten Kauri Baum belohnt. Das ist der einzige Ort in Neuseeland wo man an die Bäume direkt berühren kann.

Mächtig und fast weiss

Ein kleiner Kollege gleich daneben

Dieser Baum hat ca. 1’500 Jahre auf dem Buckel. Er ist sehr hoch mit 50 Meter. In den nächsten 500 Jahren wird er nicht mehr in die Höhe wachsen sondern in die Breite.

Auf dem Weg zum nächsten Kauri Wald. Ein starker Regen und 3 Tage später sind die staubtrockenen gelben Wiesen wieder grün.

Ohne Vorwarnung haben wir eine Route genommen, die vor einer Fähre endete. Die Neuseeländer haben Zeit!! Da wartet man eben, ob 1 oder 2 Stunden, was soll’s.

In Neusseland gibt es 2 Orte mit Boulder Steinen, Also Steinkugeln. Wie diese entstanden sind haben wir in keinem Führer nachlesen können.

Die ersten runden Steine, viel kleiner, haben wir verpasst, sind daran vorbeigefahren!! Diese hier sind ein wenig weniger rund aber defür wesentlich grösser.

Halb draussen halb im Sand

Das sind die richtigen Kugeln

Zum Teil sind die Kugel auch schon zerbrochen

Lord (Gott) of the forest. Die Nummer Eins der heutigen (living) Kauri Bäume. Stammhöhe 18 m, Totale Baumhöhe 52 m, Umfang 14 m, Holzvolumen 245 m3

Der ist wirklich mächtig. Und sicher älter als 2000 Jahre. Also vor unserer Zeitrechnung aus einem Samen gekeimt.

Und bevor man auf den Weg dahin kommt,  muss man die Schuhe desinfizieren. Den heute ist nicht mehr die Abholzung das Problem, sondern ein Bakterium  aus Asien das dort Kastanienbäume killt. Das gleiche Bakterium, eingeschleppt, bringt einen solchen Riesen innerhalb 10 Jahren zum Absterben!! Die verantwortlichen Behörden tun wirklich alles um ihre letzten wirklich grossen Bäume für die Zukunft zu erhalten, letzendlich sind sie ein wirklicher Touristenmagnet.

In der Gallerie ist alles wissenswerte die Kauri Bäume Neuseelands betreffend. Von 1880 bis 1960 wurden 100’000 dieser Baumriesen, die bis zu 400 m3 Holz allererster Güte geliefert haben, abgeholzt. Es war einer der wichtigsten Exportgüter Neuseelands. Und nicht zu vergessen, Arbeitsplätze für abertausende Buschmänner (Waldarbeiter)

Jeden Baum den man besuchen wollte, zuerst Schuhdusche. Und an jeder Schuhdusche stand ein Kontrollperson.

Einer der Verbreiter des Bakteriums, Possums. Eingeführt in frühen Jahren durch Siedler, heute einer der grössgen Plagen für die Neuseeländische Fauna und Flora. Geblendete Possums bleiben auf der Strasse regungslos stehen.  In Neuseeland ist es “Pflicht” diese Possums zu überfahren!! Hier räumt sie keiner weg. Die Habichte leben ziemlch gut davon, auch wenn sie jedesmal wegfliegen müssen wen einer kommt.

Ein Querschnitt eines eher kleineren Kauri Baumes. Gekeimt während der Regentschaft Elisabeth I. Also vor ca. 500 Jahren.

Auf der Nordinsel sind die Kiwis grösser und braun. Kiwis werden bis zu 50 Jahre alt. Legen jährlich (die Hennen) 2 ziemlich grosse Eier. Brüten diese in Erdlöcher 2 bis 3 Monate aus. Einmal geschlüpft, werden die jungen Kiwis sich selbst überlassen. Seit rigoros Jagd auf Katzen, Hunde, Possum und Wiesel  sowie Ratten gemacht wird, wächst die Kiwi Population wieder.

Wie gesagt, Kauri Holz ist Edelholz. Rötlich, fein gemasert, stark harzhaltig werden daraus teuerste Gegenstände hergestellt. Planken von 12 m Länge, 4 m Breite zu 15 cm Dicke werden zum Beispiel für Besprechungstische der absolut höchsten Preisklasse hergestellt. Über CHF 100’000 für so einen Tisch!! Da man keinen Kauri Baum dieser Grösse mehr schlagen darf, holen sie die gefallenen Kauris aus den Sümpfen. Zum Teil  20’000 jährige Bäume, komplett erhalten, werden so verarbeitet.

Und wegen dem Kauri Schlag Boom entstanden auch die verschiedensten Motorsägen als allererstes in Neuseeland. Hier sind Motorsägen die über 5 Meter lang sind ausgestellt.

Kauri Holz nur für das Beste

Und das hat direkt mit Kauri Bäumen zu tun. Bernstein. Kauribäume einmal verletzt, sondern ungeheure Mengen an Harz aus, um die Baumwunden zu schliessen. Die Nordinsel ist Zuggebiet von Zyklonen (Hurricans). Da musste schon einmal eine halbe Baumkronen daran glauben.  Das Harz ist dann versteinert zu Bernstein (Gum in Neuseeländisch). Das wurde bis 1970 in riesigen Mengen aus den Sümpfen geborgen und teuer verkauft.

Die Mengen an Bernstein,  verglichen mit der Ostsee, ist gigantisch grösser. Einzelstücke in Fussballgrösse sind “normal”

Zum Teil sind ganze Vögel und Eidechsen im Harz gefangen und mitversteinert

Keine Werbung für Nike, nur ein Grössenvergleich. Ein Rohbernstein

Wenn man heute die einzelen wirklich grossen Bäume besucht, fragt man sich, warum man nicht früher mit der Abholzung aufgehört hat. Neuseeland ist ein sehr sehr liberales Land.Vieles ist nicht geregelt, das wollen die Kiwis so. Erst als die Kosten des Kauri Baumschlages zu hoch wurden, hat man damit aufgehört. Einen solchen Baum zu schlagen ist “einfach”. Dieses Monstrum abzutransportieren ist eine andere Sache. Die grossen Kauris die sie aus den Sümpfen holen können sie nur noch mit Spezialtranporten abführen.

Es bleibt zu hoffen, die Kauris bleiben erhalten.

Vor dem Abflug nach Hong Kong haben wir noch 2 Tage am Pakiri Beach verbracht. Zwischen Campground und Strand ist ein mäandrierender Fluss ins Meer geflossen, resp. mit der Tide auf und ab gependelt. Der Fluss war ca. 10 bis 15 cm tief, bei Flut ein bischen tiefer. Grund Sand, also wie ein zusätzlicher Strand.

Und wir für einmal in der ersten Reihe, davor besagter Fluss

Und das ist die Sicht auf den Strand. Man sieht wie sich der Fluss bei Ebbe durch den Sand ins Meer ergiesst.

Seeschwalben

Nachtessen.

Der beste Platz am letzten Tag

Letzte Sonnenstrahlen (deshalb unscharf) und das war ers dann mit Neuseeland

6 Wochen Landschaften vom Feinsten. Ca. 7’000 km auf den Strassen davon ca. 10% auf Schotter, mit und ohne Schlaglöcher. Sehr freundliche Menschen und und mach was du willst, solange es die anderen nicht stört, ist es ok.

Das war Neusseland. Wohin die nächste Reise hingeht, mal sehen.

Sabine&Paul

 

 

 

Reiseberichte