Rezept
Gaeng Som: Das saure Curry ohne Kokosmilch
Wenn im Westen von Thai-Curry gesprochen wird, ist meistens Kokosmilch gemeint: cremig, mild, süsslich abgerundet. Gaeng Som ist das Gegenteil davon. Keine Kokosmilch, kein Öl, keine Cremigkeit. Nur eine klare, scharfe und saure Brühe, in der Fisch und Gemüse ziehen.
Die Currypaste dahinter ist bewusst schlank gehalten: rote Zwiebel, Chili, Krachai, Zitronensaft und Garnelenpaste. Auf Thai heisst sie พริกแกงส้ม, Prik Gaeng Som. Krachai, im Deutschen manchmal Fingerwurz genannt, gibt der Paste eine erdige Schärfe, die kein anderes Thai-Curry hat. In Thailand ist Gaeng Som ein Alltagsgericht, gekocht aus dem, was gerade im Kühlschrank liegt, und in fast jeder Region etwas anders zusammengesetzt.
Weil die Paste ohne Kokosmilch und ohne Zucker daherkommt, bestimmst du selbst, wie sauer und wie scharf die Brühe am Ende wird. Genau das macht Gaeng Som zu einem der unkompliziertesten Currys, das trotzdem sofort nach Thailand schmeckt.
Auf den Tisch kommt Gaeng Som in Thailand meist zusammen mit ein bis zwei weiteren Gerichten, dazu einfach gedämpfter Reis. Die Säure der Brühe gleicht dabei aus, was daneben eher mild oder fettig ausfällt. Als einzelnes Gericht funktioniert sie genauso gut, gerade weil sie leicht bleibt und trotzdem satt macht.
- 4Portionen
- 25 Min.Zubereitungszeit
- 3/5auf der THAANI-Skala
Einkaufsliste
Das brauchst du noch
- 1 Glas THAANI Gaeng Som, davon 3 EL für dieses Rezept
- 800 ml Fischfond oder Gemüsebrühe
- 400 g festes weisses Fischfilet, in Stücken
- 200 g Rettich (Daikon), in Scheiben
- 150 g Weisskohl, grob geschnitten
- 2 EL Tamarindenkonzentrat
- 1 EL Fischsauce
- Saft einer Limette
- Frischer Koriander zum Bestreuen
Zubereitung
- Brühe ansetzen. Fischfond oder Gemüsebrühe aufkochen und die Paste einrühren, bis sie sich vollständig löst.
- Gemüse kochen. Rettich und Weisskohl zugeben und 8 bis 10 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist, aber nicht zerfällt.
- Säure einstellen. Tamarindenkonzentrat einrühren und probieren. Je mehr du zugibst, desto saurer wird die Brühe.
- Fisch dazugeben. Fischstücke vorsichtig einlegen und 4 bis 5 Minuten gar ziehen lassen, ohne stark zu rühren.
- Abschmecken. Mit Fischsauce final abschmecken, mit Limettensaft und Koriander servieren.
Varianten oder Tipps
- Statt Fisch passen auch rohe Crevetten oder Muscheln, beide brauchen nur 2 bis 3 Minuten in der Brühe.
- Für eine vegetarische Version Fischsauce durch Sojasauce ersetzen, Fischfond durch Gemüsebrühe und Fisch durch festen Tofu.
- Ein Schuss mehr Tamarinde und etwas weniger Brühe machen daraus ein intensiveres, fast eingekochtes Curry.
- Am nächsten Tag schmeckt die Brühe noch runder, weil sich die Aromen über Nacht setzen und die Säure sich mit dem Fisch verbindet.
Nach dem Öffnen hält sich die Paste bei +2 bis +6 °C im Kühlschrank, am besten mit einer dünnen Schicht Öl bedeckt. Ein Glas reicht für rund 10 Portionen, dieses Rezept für vier lässt sich also gut zwei- bis dreimal daraus kochen, bevor das Glas leer ist.